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Dies ist eine Fanfiction vom Inazuma Eleven Fantasy RPG Wiki. Der Autor/Die Autorin ist: Atsuya-kun
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Story: Weg der Zockerin
Position: Sidestory - Kapitel 1
Kapiteltitel: Runde 1: Eintritt
Autor: Atsuya-kun
Erste Auftritte: Kouki Shoudan, Reikishi Tsuishin, Himeko Takatomi

Die Schulglocke hatte die letzte Stunde für den Tag geschlossen und die Schüler packten ihre Taschen, um sich auf den Weg entweder nach Hause oder zu ihren Schulclubs zu machen. Kouki Shoudan gehörte dabei zur zweiten Sorte, aber das schienen seine Klassenkameraden immer zu vergessen. Jedenfalls klopfte ihm jemand, kaum, dass er den Klassenraum verlassen hatte, auf die Schulter und als er sich umdrehte, wurde er von zwei grinsenden Gesichtern willkommen geheißen. Diese gehörten zwei Jungs aus seiner Klasse, mit denen er gelegentlich abhing. Ihr Kontakt war zu lose, als dass er sie als richtige Freunde bezeichnet hätte, aber sie verstanden sich eigentlich ganz gut.

„Hey, Kouki!“, begrüßte ihn der Größere der Beiden. „Wie wär's, kommst du mit zum Karaoke? Die Jungs aus der 1-2 sind auch mit dabei!“
Aber Kouki seufzte nur und schüttelte den Kopf mit einem entschuldigenden Lächeln. „Sorry Jungs, ich hab heute keine Zeit. Nächstes Mal, okay?“
„Was? Gerade du kommst nicht mit? Was ist denn da kaputt?!“ Es war nicht erstaunlich, dass seine Antwort auf Überraschung traf. Gewöhnlicherweise war er der Erste, der „Hier!“ schrie, wenn's ums Karaoke ging. Heute stand aber seine andere große Leidenschaft auf dem Plan.
„Oho~“, mischte sein Kumpel sich flötend ein. „Sag bloß, Kouki hat ein Date? Du Frauenheld, hm!“
Diesmal war Kouki am Zug, irritiert zu blinzeln; außerdem kroch eine dezente Röte auf seine Wangen.
„Date? Wie kommst den da bitte drauf?!“, gab er zurück. „Und außerdem, mit wem denn bitte?“
Der andere Junge grinste wissend, als hätte er ihn durchschaut. „Mit wem hast du denn dann im Unterricht die ganze Zeit Mails geschrieben? Glaub nicht, das wäre meinen wachsamen Augen entgangen!“
Damit ging Kouki ein Licht auf, wie seine Klassenkameraden darauf kamen, er würde sich mit einem Mädchen treffen. Ja, er hatte wirklich über den ganzen Unterricht hinweg (zumindest wann immer der Lehrer nicht hingesehen hatte) Mails geschrieben. Das lag aber nicht daran, dass er mit seiner vermeintlichen Freundin gechattet hatte, sondern vielmehr an der Aufdringlichkeit seines Gesprächspartners und dem Wissen, dass er nur noch dreihundert Mails geerntet hätte, hätte er nicht geantwortet.
„Das war Reikishi, einer aus meiner Mannschaft!“, erklärte er leicht genervt, immerhin hatte er keine Lust, dass deswegen irgendwelche seltsamen Gerüchte über ihn aufkamen. Allerdings schien das nicht viel zu bringen, denn die beiden Anderen lachten nur und klopften ihm auf die Schulter, als sie an ihm vorbeigingen.
„Ja, klar. Viel Spaß, Romeo!“
„Ach, haltet die Klappe und geht einfach!“, rief er ihnen nach und seufzte. Im selben Moment spürte er sein Handy in seiner Tasche vibrieren. Als er er herauszog, offenbarte ihm der Bildschirm eine neue Nachricht; der Absender war – wie konnte es anders sein – Reikishi Tsuishin. „Alter...!“, keuchte er und schüttelte ungläubig den Kopf. Wer auch immer auf die Idee gekommen war, seinem Teamkameraden eine Handyflatrate zu bezahlen, gehörte gesteinigt. Die Nachricht teilte ihm mit, dass er wohl schon alleine zum Clubraum gegangen war, anstatt auf ihn zu warten, weil sein Lehrer seine Klasse früher rausgelassen hatte und er deshalb Zeit übrig hatte. Kouki hoffte nur, dass schon jemand dort war, um Reikishi zu beschäftigen. Denn so sehr er ihn auch als Mitspieler mochte, manchmal konnte seine Aufmerksamkeitsbedürftigkeit echt anstrengend werden.

Etwa zehn Minuten und erstaunlicherweise keine weitere Mail später setzte Kouki endlich Fuß in das Sportgebäude der Schule. Dieses schloss sich direkt an die Sporthalle an und beherbergte die Clubräume der verschiedenen Sportclubs. Es war nicht mehr das Neuste und irgendwie hing immer ein schwacher Geruch nach getragenen Socken in der Luft, aber das war wohl nicht verwunderlich und ehrlich gesagt gehört es zumindest für in dazu. Was nicht so gut ins Bild passte war das unbekannte Mädchen, das ein Stück vor ihm den Flur entlang schlenderte und die Schilder neben den einzelnen Türen zu lesen schien. Der einzige Club, der heute außer ihnen Training hatte, war der Schwimmclub, und dieser hatte als Einziger seinen Clubraum woanders, nämlich neben dem Pool. Außerdem war es mitten im Schuljahr, da war es ungewöhnlich, dass jemand neu einem Club beitrat.
Kouki blieb stehen und betrachtete sie aus der Ferne. Sie war relativ groß für ein Mädchen, mit sanft gewelltem, violetten Haar, welches sie im Nacken zu einem niedrigen Pferdeschwanz zusammengebunden hatte. Sie hatte eine Strickjacke um die Hüfte gebunden – war die nicht aus der Sommerkollektion seiner Lieblingsmarke? – und als sie sich umdrehte, zeigte die Farbe der Schleife ihrer Uniform ihm an, dass sie ein Jahr über ihm, in der zweiten Klasse, war.
„Was starrst du so?“, fragte sie über den Flur hinweg, offensichtlich an ihn gerichtet, und er schreckte auf. Sie klang wenig begeistert.
„Ah, uh, sorry!“, stammelte er und ging zu ihr herüber. „Ich hab mich nur gewundert... Ich habe dich hier noch nie gesehen. Suchst du was?“
Sie musterte ihn für einen Moment abschätzend, dann lächelte sie plötzlich. „Ehrlich gesagt... Ja, das tue ich“, antwortete sie ihm, wobei ihre Stimme auf einmal deutlich weicher klang als noch Sekunden zuvor. „Ich bin erst seit heute auf der Schule und kenne mich noch nicht aus. Kannst du mir vielleicht zeigen, wo hier der Fußballclub ist? Mir wurde gesagt, der Clubraum sei hier irgendwo.“
Kouki atmete auf ob dieses Wandels. Es war unhöflich von ihm gewesen, sie so anzustarren, aber scheinbar nahm sie ihm das nicht wirklich übel. „Klar, kein Problem!“ Er erwiderte das Lächeln. „Der ist gleich da vorne. Ich bin auch im Team. Und du möchtest Managerin werden, ja?“
Ein bisschen Smalltalk, während sie gingen, konnte sicher nicht schaden.
Sie kicherte hinter vorgehaltener Hand. „Nein, eigentlich bin ich Spielerin.“
„Oh!“, machte er. „Das ist auch cool. ...Und da wären wir auch schon. Ach ja, wie heißt du eigentlich? Ich bin Kouki Shoudan“, fügte er hinzu, als er die Tür öffnete. Von drinnen hörte er Reikishis erfreute Reaktion auf seine Ankunft, aber er ignorierte ihn kurz.
„Freut mich“, sagte sie etwas floskelhaft und nickte höflich. „Mein Name ist-“
„...Emicchi?!“
Sie beide wandten den Kopf, als sich jemand in überraschtem Ton in ihr Gespräch einklinkte. Reikishi war wie aus dem Nichts aufgetaucht (nein, eigentlich war er zu ihnen herübergekommen, während Kouki ihn mental ausgeblendet hatte) und stand schräg hinter Kouki. Dieser schaute zwischen seinem Teamkameraden und dem Mädchen hin und her; beide schienen gleichermaßen erstaunt über die Anwesenheit des Anderen, auch wenn Reikishis Gesicht es deutlicher zeigte, ebenso wie seine Stimme.
„Reikishi?“ Die Reaktion des Mädchens war jedenfalls deutlich ruhiger als seine. „Ich wusste nicht, dass du auch auf diese Schule gehst...“
Wie, die beiden kannten sich? Dabei war Reikishi selbst erst vor einer Weile auf die Schule gekommen und angeblich hatte er vorher praktisch am anderen Ende von Japan gelebt. Das musste schon ein ziemlicher Zufall sein, dass sie sich gerade hier begegneten. Zumal es dem älteren Jungen schwer zu fallen schien, Freunde zu finden, zumindest hatte er ihn noch nie mit jemandem zusammen gesehen, der nicht zum Fußballclub gehörte...
„Emicchi!“, wiederholte Reikishi mit der Freude eines jungen Hundes und breitete die Arme aus, um sie zu umarmen; eine Angewohnheit von ihm, an die man sich wohl oder übel gewöhnen musste, wenn man sich in seiner Nähe aufhielt. Doch anstatt sich umarmen zulassen, machte „Emicchi“ im passenden Moment einen Schritt zur Seite und ließ ihn ins Leere laufen. Er stolperte auf den Gang hinaus und sie stieß nonchalant hinter ihm die Tür zu. Anschließend ging sie ein paar Schritte in den Raum hinein, um auch die restlichen paar Mitglieder anzusprechen, die sich bisher im Raum versammelt hatten.
„Guten Tag“, begrüßte sie die Mannschaft. „Mein Name ist Emiko Bakuchi und ich würde dem Team gerne als Verteidigerin beitreten.“
„Oh, das trifft sich wunderbar!“, ertönte es von der Seite. Die Neue drehte den Kopf und sah zu einem Mädchen mit langem roten Haar, das bis eben dabei gewesen war, Handtücher zu sortieren. „Hi, ich bin Himeko, die Managerin“, stellte sie sich kurz vor. „Jedenfalls... wir haben bald ein Freundschaftsspiel gegen die Neo Star Academy, da können wir jede helfende Hand gebrauchen!“
„Ist das so...?“, murmelte Bakuchi und lächelte süß.